Höhere Gebäude-AfA bei kürzerer wirtschaftlicher Restnutzungsdauer

FG Urteil zur möglichen höhere Gebäude-AfA bei tatsächlich kürzerer wirtschaftlicher Restnutzungsdauer

Das Finanzgericht Düsseldorf hatte sich mit Urteil vom 12.07.2019 (3 K 3307/16 F) zur Möglichkeit des Ansatzes höhere Gebäude-Abschreibung bei tatsächlich kürzerer Nutzungsdauer zu äußern.

Die Finanzämter gehen im Regelfall für die Ermittlung der Abschreibungsdauer von der gesetzlich typisierten Nutzungsdauer aus. Soll eine hiervon abweichende Nutzungsdauer angenommen werden, kann die tatsächliche, wirtschaftliche Nutzungsdauer des Gebäudes für die Ermittlung der Abschreibungsdauer berücksichtigt werden.

Die hohen Anforderungen an den Nachweis für eine kürzere tatsächliche Restnutzungsdauer zeigen sich durch das Urteil des Finanzgericht.

Nach § 7 Abs. 1 Satz 1 EStG ist bei Wirtschaftsgütern, deren Verwendung oder Nutzung durch den Steuerpflichtigen zur Erzielung von Einkünften sich erfahrungsgemäß auf einen Zeitraum von mehr als einem Jahr erstreckt, jeweils für ein Jahr der Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzusetzen, der bei gleichmäßiger Verteilung dieser Kosten auf die Gesamtdauer der Verwendung oder Nutzung auf ein Jahr entfällt.

Abweichend davon sind nach § 7 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2a EStG bei Gebäuden, die nach dem 31. Dezember 1924 fertiggestellt worden sind, jährlich 2 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten als AfA abzuziehen. Anstelle dessen können nach § 7 Abs. 4 Satz 2 EStG die der tatsächlichen Nutzungsdauer entsprechenden AfA vorgenommen werden, sofern die tatsächliche Nutzungsdauer weniger als 50 Jahre beträgt.

Weiterlesen
  10 Aufrufe

steuerliche Folgen eines Verzicht auf eine nicht werthaltige Darlehensforderung - GmbH Gesellschafter

  16 Aufrufe

Verzicht eines Gesellschafters auf eine Darlehensforderung gegen die Gesellschaft

Forderungsverzicht eines Gesellschafters nach Einführung der Abgeltungsteuer

Der BFH hatte sich mit Urteil vom 06.08.2019 (VIII R 18/16) zur steuerlichen Berücksichtigung des Forderungsverzichts eines Gesellschafters einer Kapitalgesellschaft nach Einführung der Abgeltungsteuer zu äußern.

In dem Urteil kamen die Richter zu der Ansicht, dass ein durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasster, unbedingter Verzicht eines Gesellschafters auf einen Teil der ihm gegen die Kapitalgesellschaft zustehenden Darlehensforderung zu einer Einlage i.S. des § 20 Abs. 2 Satz 2 EStG führt, soweit der Gesellschafter auf den werthaltigen Teil der Forderung verzichtet.

Dies setzt voraus, dass der Verzichtsbetrag den Nennwert des nicht werthaltigen Teils der Forderung übersteigt. Stehen dem durch die Einlage bewirkten Zufluss Anschaffungskosten in gleicher Höhe gegenüber, fällt kein Gewinn i.S. des § 20 Abs. 4 EStG an.

Der Verzicht des Gesellschafters auf den nicht werthaltigen Teil seiner Forderung gegen die Kapitalgesellschaft steht einer Abtretung gleich und führt nach Einführung der Abgeltungsteuer zu einem gemäß § 20 Abs. 2 Satz 2 EStG steuerlich zu berücksichtigenden Forderungsausfall. Steuerliche Auswirkungen hat der Forderungsverzicht jedoch nur, wenn der Steuerpflichtige für den nicht werthaltigen Teil der Forderung Anschaffungskosten getragen hat.

Nach § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 7 EStG gehört zu den Einkünften aus Kapitalvermögen der Gewinn aus der Veräußerung von sonstigen Kapitalforderungen jeder Art i.S. des § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG.

Weiterlesen
  27 Aufrufe

Berechnung der Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer - Vorteile nutzen

  12 Aufrufe

Zahlungszeitpunkt der außergewöhnlichen Belastung optimal wählen

  10 Aufrufe

Vorsteuerabzug vor Gründung einer Kapitalgesellschaft - Fallen vermeiden

  11 Aufrufe

Steuerfreie Zuschläge - Nachtzuschläge, Feiertagszuschläge, Sonntagszuschläge

  8 Aufrufe

Wertguthabenkonto und Geschäftsführer - optimale Gestaltung

  7 Aufrufe

Erwerbsschwelle - Grenzen, Vorteile nutzen und Nachteile vermeiden

  10 Aufrufe

Wohnmobil als mobiles Büro nutzen?

Sächsisches FG Urteil vom 25.06.2014 (8 K 1144/13)

Grundsätzlich st es möglich gemischt (also betrieblich und privat) genutzte Vermögensgegenstände dem Betriebsvermögen zuzurechnen.

Dabei gilt folgende Faustformel: Ein Vermögensgegenstand kann dem Betriebsvermögen zureordnet werden, wenn es mindestens 10% aber maximal bis 50% betrieblich genutzt wird. Bei einer Nutzung unter 10% betrieblich oder beruflich muss es Privatvermögen bleiben. Bei einer betrieblichen oder beruflichen Nutzung ab 50% der Gesamtnutzung muss es dem betriebsvermögen zugeordnet werden.

In der Praxis ist es also sehr wichtig, diese Verhältnismäßigkeit detailliert nachzuweisen. Denn kann die betriebliche Veranlassung nicht nachgewiesen werden, scheitert oft der Betriebsausgabenabzug gänzlich, weil nicht nachgewiesen werden kann, ob der betrebliche Anteil z.b. 5% oder 45% oder 75% beträgt. im Zweifelsfall beträgt der private Anteil aus Sicht des Finanzamtes 100%.

Das Finanzgericht Sachsen hatte sich mit Urteil vom 25.06.2014 (Az.: 8 K 1144/13) zu eben dieser Einordnung eines Wohnmobils als Betriebsvermögen und in diesem Zusammenhang mit der Berechtigung zum Vorsteuerabzug bei Aufwendungen für ein Wohnmobil geäußert.

In dem Urteil stellten die Richter noch einmal klar, dass ein Wohnmobil, welches gemischt privat und betrieblich oder unternehmerisch genutzt wird, nur dann gewillkürtes Betriebsvermögen sein kann, wenn es zumindest 10% betrieblich oder unternehmerisch genutzt wird. Die Aufzeichnungen hierüber muss über einen repräsentativen, zusammenhängenden Zeitraum von mindestens 1 Jahr geführt werden. Die Aufzeichnung kann formlos erfolgen.

Weiterlesen
  9 Aufrufe

Extras, die Mitarbeiter motivieren und Steuern sparen

Diese Extras motivieren Mitarbeiter und sparen Steuern

Fahrrad / E-Bikes: Fahrräder und E-Bikes (bis 25 km/h) dürfen Mitarbeitern kostenlos zur Verfügung gestellt werden, ohne dass für die Nutzungsüberlassung Lohnsteuer anfällt. Aufgrund der Lohnsteuerbefreiung werden auch keine Sozialabgaben erhoben. Die Fahrräder oder E-Bikes können angeschafft oder geleast werden.

Auslagenersatz: Aufwendungen, die im überwiegenden Interesse des Arbeitgebers liegen, können als Betriebsausgabe berücksichtigt werden. Verauslagt ein Mitarbeiter solche Aufwendungen, wie z.B. Seminarkosten, Eintrittsgelder für Messen oder Weiterbildungsmaßnahmen oder die Fahrkosten dahin), können diese Aufwendungen gegen Einzelnachweis steuerfrei erstattet werden. Auch hier entfallen wegen der Lohnsteuerfreiheit die Sozialabgaben. Fahrtkosten werden mit 0,30 Euro pro gefahrenem Kilometer erstattet.

Handy und elektronische Geräte: Die Zurverfügungstellung von Handys oder Computern zur betrieblichen und auch zur privaten Nutzung sowie die laufenden entstehenden Kosten bleiben beim Arbeitnehmer lohnsteuerfrei und sozialversicherungsfrei.

Kindergartenplatz: Steuer- und sozialversicherungsfrei sind Arbeitgeberleistungen zur Unterbringung (einschließlich Unterkunft und Verpflegung) und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern des Mitarbeiters in Kindergärten oder vergleichbaren Einrichtungen, die der Arbeitgeber zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbringt (§ 3 Nr. 33 EStG). Die Steuerfreiheit der Arbeitgeberzuschüsse ist der Höhe nach grundsätzlich nicht begrenzt; so z. B. auch hohe Kosten für die Kinderbetreuung in exklusiven privat organisierten Einrichtungen. Begünstigt sind sowohl Sachleistungen (z. B. betriebseigene Kindergärten) als auch Geldleistungen (z. B. Zuschüsse zu Kita-Gebühren). Vergleichbare Einrichtungen sind Schulkindergärten, Kindertagesstätten, Kinderkrippen, Tagesmütter, Wochenmütter und Ganztagespflegestellen.

Gutscheine: Sachleistungen, also Leistungen, die nicht in Geld gezahlt werden können lohnsteuersteuerfrei bis zu einem Warenwert in Höhe von 44 Euro (inkl. USt) an die Mitarbeiter gezahlt werden. Der Gutschein darf eine Auszahlung des nicht verbrauchten Guthabens nicht zulassen. Dies muss nachweisbar sein.

  33 Aufrufe

Auflösung einer Ergänzungsrechnung bei Veräußerung eines Teilmitunternehmeranteils

BFH Beschluss vom 06.08.2019 - VIII R 12/16

Der BFH hatte sich mit Beschluss vom 06.08.2019 (VIII R 12/16) zur steuerlichen Auswirkung der Auflösung einer positiven Ergänzungsrechnung anlässlich der Veräußerung eines Teilmitunternehmeranteils zu äußern.

In dem Beschluss stellten die Richter dar, dass, wenn ein Mitunternehmer einen weiteren Anteil an derselben Personengesellschaft aufgrund des Todes eines Mitgesellschafters im Wege der Anwachsung hinzu erwirbt, sich der hinzuerworbene Anteil in der Regel mit dem bisherigen Mitunternehmeranteil des Erwerbers zu einem einheitlichen Mitunternehmeranteil vereinigt.

Dies gilt auch dann, wenn der Mitunternehmer bereits im Anwachsungszeitpunkt die Absicht hat, den hinzuerworbenen Anteil an einen anderen Mitgesellschafter zu veräußern.

Die Auflösung oder Beibehaltung des Korrekturpostens zu den dem Gesellschafter anteilig zuzurechnenden Wirtschaftsgütern des Gesamthandsvermögens in einer positiven Ergänzungsbilanz oder -rechnung ist von der Beibehaltung des Umfangs der Beteiligung an den Wirtschaftsgütern des Gesamthandsvermögens abhängig.

Im Fall der Veräußerung eines Teilmitunternehmeranteils ist die positive Ergänzungsbilanz oder -rechnung korrespondierend in Höhe des veräußerten Bruchteils des Anteils aufzulösen und das Mehrkapital insoweit in das anteilige Buchkapital des veräußerten Teilanteils einzubeziehen.

Weiterlesen
  20 Aufrufe

Vermögensverwaltende GmbH - Steuervorteile sinnvoll ausnutzen

  14 Aufrufe

privates Veräußerungsgeschäft vs. Enteignung - Enteignung ist kein privates Veräußerungsgeschäft

  14 Aufrufe

Immobilienkauf - wie sollte man richtig kalkulieren, um das Optimum zu erreichen

  21 Aufrufe

Vorsteuerabzug - wann ist er sicher und wann kann er versagt bleiben

  14 Aufrufe

Erweiterte Kürzung des Gewerbeertrags - Gewerbesteuerersparnis

  15 Aufrufe

unentgeltliche Anteilsübertragung auf eine Stiftung

BFH Urteil vom 17.01.2019 (III R 49/17)

Der BUNDESFINANZHOF hatte sich mit Urteil vom 17.01.2019 (III R 49/17) zur Thesaurierungsbegünstigung bei der Übertragung eines Mitunternehmeranteils auf eine Stiftung geäußert.

In dem Urteil kamen die Richter zu der Ansicht, dass die unentgeltliche Übertragung eines Mitunternehmeranteils auf eine Stiftung keine Nachversteuerung von in der Vergangenheit nach § 34a EStG begünstigt besteuerten thesaurierten Gewinnen auslöst. Eine analoge Anwendung des § 34a Abs. 6 Satz 1 Nr. 2 EStG käme nicht in Betracht.

Haben Steuerpflichtige für Einkünfte als Einzelunternehmer oder als Gesellschafter einer Personengesellschaft die Begünstigung der nicht entnommenen Gewinne nach § 34a Abs. 1 EStG in Anspruch genommen (Thesaurierungsbegünstigung), dann ist infolge von Betriebsbeendigungen und gleichgestellten Tatbeständen i.S. von § 34a Abs. 6 EStG ein nachzuversteuernder Betrag zum Ende eines jeden Veranlagungszeitraums gesondert festzustellen (§ 34a Abs. 3 Satz 3 EStG).

Ein Nachversteuerungsbetrag ist hierbei ein Abzugsposten im Rahmen der jährlichen gesonderten Feststellung des nachversteuerungspflichtigen Betrags (§ 34a Abs. 3 Satz 2 EStG).

Eine Betriebsaufgabe liegt vor, wenn der Steuerpflichtige in Ausführung eines Aufgabeentschlusses den Betrieb einstellt, indem die Wirtschaftsgüter an verschiedene Erwerber veräußert oder in das Privatvermögen überführt werden oder wenn die Wirtschaftsgüter des gemeinsamen Betriebsvermögens real unter den Mitunternehmern verteilt werden.

Weiterlesen
  18 Aufrufe

Differenzbesteuerung § 25a UStG - Identität des Gegenstandes

BMF-Schreiben zur Identität des erworbenen und veräußerten Gegenstandes vom 17.07.2019

Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) hatte sich mit Schreiben vom 17.07.2019 bezüglich der Umsatzsteuer und zur Identität des erworbenen und veräußerten Gegenstands bei Anwendung der Differenzbesteuerung nach § 25a UStG geäußert. Die geschah zur Anwendung des EuGH-Urteils vom 18. Januar2017 („Sjelle Autogenbrug“ - Rs. C - 471/15) und des BFH-Urteils vom 23. Februar 2017 (V R 37/15) - GZIII C 2 -S 7421/19/10003 : 001.

In dem Schreiben führte das BMF aus, dass mit den o. a. Urteilen entschieden wurde, dass die Differenzbesteuerung grundsätzlich auch dann anzuwenden sei, wenn ein Unternehmer Gegenstände liefert, die er seinerseits gewonnen hat, indem er zuvor von ihm erworbene Gebrauchtfahrzeuge zerlegt hat. Ein gänzlicher Ausschluss von der Differenzbesteuerung ist in diesen Fällen auch bei Nachweisschwierigkeiten nicht zulässig.

Somit gilt nun folgendes: Die Anwendung der Differenzbesteuerung setzt voraus, dass der Wiederverkäufer die Gebrauchtgegenstände im Rahmen einer entgeltlichen Lieferung für sein Unternehmen erworben hat.

Diese Voraussetzung ist nicht erfüllt, wenn der Wiederverkäufer Gegenstände aus seinem Privatvermögen in das Unternehmen eingelegt oder im Rahmen einer unentgeltlichen Lieferung nach § 3 Abs. 1b Satz 1 UStG erworben hat.

Der Wiederverkäufer kann die Differenzbesteuerung auch bei der Veräußerung von Gegenständen des Anlagevermögens anwenden, wenn der Wiederverkauf des Gegenstandes bei seinem Erwerb zumindest nachrangig beabsichtigt war und dieser Wiederverkauf auf Grund seiner Häufigkeit zur normalen Tätigkeit des Unternehmers gehört.

Weiterlesen
  64 Aufrufe

Doppelbesteuerungsabkommen - DBA - grundsätzliche Funktionsweise

  17 Aufrufe