Unternehmergesellschaft (UG haftungsbeschränkt)

Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) wurde seinerzeit als Konkurrenzgesellschaft zur Limited (private company limited by shares) in Deutschland eingeführt.

Die UG (haftungsbeschränkt) ist eine Kapitalgesellschaft die grundsätzlich dem GmbH-Gesetz unterliegt. Der Vorteil zur GmbH liegt im notwendigen Gründungskapital. Die UG (haftungsbeschränkt) kann bereits mit 1 € Stammkapital gegründet werden. Sacheinlagen sind jedoch nicht möglich.

Zusätzlich müssen jährlich Rücklagen gebildet werden in Höhe von 1/4 des um den Verlustvortrages geminderten Jahresüberschusses. Diese Verpflichtung zur Rücklagenbildung besteht solange, bis die UG durch Stammkapitalerhöhung auf mindestens 25.000 € in eine GmbH umgewandelt wird. Dies sollte jedoch kein Problem darstellen, da die Rücklagen nur gebildet werden müssen, wenn Jahresüberschüsse erwirtschaftet wurden.

Die UG (haftungsbeschränkt) wird vertständlicher Weise immer beliebter. Sie bietet den Gesellschaftern die Möglichkeit der Gründung einer Kapitalgesellschaft und damit die Haftungsbeschränkung bei einem äußerst geringen Kapitaleinsatz. Dabei existiert ebenfalls die Aussicht auf das Betreiben einer GmbH bei keinem zusätzlich von außen einzubringenden Kapital.

Wenn Sie detaillierte Fragen zur Gründung einer Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) haben und Hilfe bei der Gründung benötigen, stehe ich Ihnen mit reichhaltiger Erfahrung zur Seite.

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Arbeitszimmer bei privater Mitbenutzung

Neues Urteil!

Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer sind grundsätzlich nur steuerlich abzugsfähig, wenn dem Steuerpflichtigen für die berufliche Tätigkeit kein weiterer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

Eine ungekürzte volle Berücksichtigung dieser Aufwendungen als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben wird nur dann anerkannt, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit darstellt. Ist dies nicht der Fall, werden die angefallenen Kosten auf € 1.250 beschränkt.

Wird das angesetzte Arbeitszimmer jedoch auch noch privat mitbenutzt, ließ die Finanzverwaltung den Abzug der Kosten in der Vergangenheit nicht zu. Dies soll sich aber zukünftig nun ändern. Das Finanzgericht Niedersachsen hat sich gegen diese Handhabung gestellt. Wenn das Arbeitszimmer auch durch eine private PC-Nutzung mit benutzt wird oder werden auch private Gegenstände in dem Zimmer aufbewahrt, so soll zukünftig dieser private Anteil geschätzt werden. Somit würden zukünftig die anteiligen Kosten eines Wohnzimmers mit einer festen Arbeitsecke auch abzugsfähig. Das trifft wohl viele Existenzgründer.

Gegen dieses Urteil hat das entsprechende Finanzamt jedoch Revision eingelegt, so dass jetzt auf ein Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) gewartet werden muss. (FG Niedersachsen, Urteil vom 24.04.2012, 8 K254/11)

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Steuerbonus für Handwerksarbeiten in Gefahr?

(Foto: ©Rainer-Sturm/PIXELIO/www.pixelio.de)

Der Steuerbonus auf Handwerksarbeiten wird derzeit überprüft. Bereits seit 2003 können Kunden 20 Prozent des Rechnungsanteils für Handwerksarbeiten bei ihnen zu Hause direkt von der Einkommensteuer abziehen. Ob der Steuerbonus mit dem Höchstbetrag von derzeit 1.200 Euro jährlich noch gerechtfertigt ist, untersucht Ernst & Young im Auftrag des Bundesfinanzministeriums. In einem Zwischenbericht zeichnete sich bereits ab, dass der Vorteil gekürzt werden könnte. Und die Finanzministerkonferenz forderte im Vorfeld, künftig nur Rechnungen ab 300 Euro zum Steuerbonus zuzulassen.

Quelle: hbk

cpm - Steuerberater Claas-Peter Müller, Hamburg

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Warum scheitern viele Existenzgründer?

(Foto: ©Petra-Bork/PIXELIO/www.pixelio.de)

In einem Forschungsprojekt haben Wissenschaftler im Rahmen der Europäischen Wirtschaftsforschung 2010 die „Ursachen für das Scheitern junger Unternehmen in den ersten fünf Jahren ihres Bestehens“ untersucht. Wie die Studie zeigt, gibt es nicht „den einen Grund“ für den Marktaustritt junger Unternehmer. Vielmehr sind es mehrere Ursachen, die zu einer ausweglosen Situation führen können.

Die folgenden 5 Punkte sind die häufigsten Ursachen für ein Ausscheiden am Markt:

1. Unterkapitalisierung

2. Betriebswirtschaftliche Fehler

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Der Umgang mit neuen BFH-Entscheidungen

(Foto: ©Thorben-Wengert/PIXELIO/www.pixelio.de)

In einem finanzgerichtlichen Verfahren erlassene und rechtskräftig gewordene Entscheidungen beziehen sich nur auf die am Rechtsstreit Beteiligten und ihre Rechtsnachfolger (§110 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung). Durch eine Veröffentlichung von Urteilen bzw. Beschlüssen des Bundesfinanzhofs im Bundessteuerblatt Teil II werden jedoch auch die Finanzbehörden angewiesen, diese Entscheidungen in vergleichbaren Fällen in Anwendung zu bringen.

Der Text der Entscheidungen ist auf den Internetseiten des Bundesfinanzhofs (www.bundesfinanzhof.de - Aktuelle Entscheidungen -) abrufbar.

cpm - Steuerberater Claas-Peter Müller, Hamburg

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Betriebsgründung im Alter: Finanzsituation verbessern - aber wie?

(Foto: ©S.-Hofschlaeger/PIXELIO/www.pixelio.de)

Die Gründung eines eigenen Unternehmens kann eine gute Alternative zum bisherigen Betriebsalltag sein. Auch im fortgeschrittenen Alter.

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) regt Gründungswillige dazu an, sich von ihrem Alter nicht abschrecken zu lassen. Schließlich hätten diese durch Lebens- und Berufserfahrung oft viele Kompetenzen erworben, die für die erfolgreiche Unternehmensgründung sehr hilfreich seien.

Gründungsinteressierte erleben ab dem 50. Lebensjahr die Vergabe von (Förder-)Darlehen als vergleichsweise problematisch. Das zeigt eine Studie des RKW Kompetenzzentrum. Ihr Lebensalter könne älteren Gründern ihr Vorhaben erschweren, weil Banken sich bei der Kreditvergabe unter anderem an der Erwerbsphase bis 65 Jahre orientieren.

Außerdem sind ältere Gründer eher zurückhaltend darin, Vermögenswerte als Sicherheiten einzubringen. Die Autoren der Studie nehmen an, dass ältere Gründer eine besonders große Angst vor dem Scheitern haben.

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Photovoltaikanlagen: evtl. gewerbliche Einkünfte

(Foto: ©Uwe-Steinbrich/PIXELIO/www.pixelio.de)

Private Hausbesitzer, die eine Photovoltaikanlage errichten und den damit erzeugten Strom in das öffentliche Netz einspeisen, werden steuerlich zum Unternehmer. Dadurch ergeben sich neue Kontakte mit dem Finanzamt.

Als frisch gebackener Gewerbetreibender muss nämlich dem Finanzamt die Aufnahme der unternehmerischen Tätigkeit angezeigt werden. Hierfür gibt es ein gesondertes Formular, den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Sobald das Finanzamt über die Gewerbeanmeldung informiert wird, kommt das Formular i.d.R. automatisch per Post.

Die Einkünfte, die mit der Photovoltaikanlage erzielt werden, müssen in der Anlage G (gewerbliche Einkünfte) zur Einkommensteuererklärung deklariert werden.

Für weitere Details stehe ich Ihnen gerne in einem persönlichem Gespräch zur Verfügung.

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Wer viel über eBay handelt, könnte Steuern riskieren

Ein Ehepaar aus Baden-Württemberg verkaufte nicht nur gelegentlich, sondern intensiv über Jahre hinweg bei eBay und hat dabei erhebliche Gewinne erzielt. Hierbei handelte es wie ein umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer, entschieden die Richter am Bundefinanzhof.

Das Ehepaar hatte über eBay z.B. Modelleisenbahnen, Puppen und Porzellan verkauft. Die Verkäufe wurden bei eBay als Privatverkäufe deklariert. Steuerfahnder wurden darauf aufmerksam und werteten den Internet-Handel als unternehmerische Tätigkeit.

Daraufhin erließ das Finanzamt Bescheide für Umsatzsteuerzahlungen für die Jahre 2003 bis 2005. Die Klage seitens des Ehepaares verlief erfolglos.

Beim BFH ist bereits ein weiteres Verfahren anhängig. Hier gilt es zu klären, ob Finanzämter von Handelsplattformen Sammelauskünfte einholen dürfen, um an die Namen von Verkäufern heranzukommen (BFH II R 15/12).

(BFH, Aktenzeichen V R 2/11)Entscheidend für die Beurteilung, ob jemand unternehmerisch tätig ist oder nur seine privaten Dinge geballt verkauft, ist die Frage, ob mit Verkaufsabsicht eingekauft wurde und ob damit gezielt regelmäßige Einkünfte erzielt werden sollen. Die meisten Anbieter bei eBay befinden sich sicherlich in einer Grau-Zone.

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bewährte steuerliche Überlegungen zum Jahresende III

Thematisch einher mit der Gewinnverschiebung von einem Wirtschaftsjahr in ein anderes geht selbstverständlich der Grundgedanke der generellen Gewinnminimierung. Diese Thematik wurde im Teil 2 dieser Reihe bereits behandelt.

Zur Minimierung des Gewinns bieten sich alle betrieblichen Kosten an, die dem entsprechenden Wirtschaftsjahr zugerechnet werden können - Erhaltungsaufwendungen, Beratungskosten...

Zur Gewinnverringerung bietet sich ebenfalls z.B. der Erwerb von geringwertigen Wirtschaftsgütern im Wert bis 150 bzw. 410 € noch vor dem Jahreswechsel an. In diesem Fall sichert sich hier selbst ein Kauf erst am 31.12. die volle GWG-Sofort-AfA vermeidet die zeitanteilige AfA. Dies allerdings nur, wenn das Wirtschaftsgut zu mindestens 90 % betrieblich genutzt wird. Denn ab dieser Nutzungsintensität ist es zumindest gewillkürtes Betriebsvermögen und kann dem Unternehmen zugeordnet werden.

Die Anschaffung teurerer beweglicher WG lohnt zum Jahresende hinsichtlich der AfA nur um zusätzlich zur linearen oder degressiven AfA die Sonder-Abschreibung von 20 % gemäß § 7g EStG in Anspruch zu nehmen. Eine vorherige Bildung eines Investitionsabzugsbetrages ist hierfür nicht gefordert. Bedingung für die Inanspruchnahme der Sonder-AfA ist allerdings einer private Nutzung von unter 10 % und ein Verbleiben im Betriebsvermögen bis zum Ende des der Anschaffung folgenden Wirtschaftsjahres.

Bis hierher lässt sich leicht erkennen, dass das Thema Abschreibung ein weites und interessantes Feld darstellt, die genmügend Spielraum für Variationen lässt.

Der Investitionsabzugsbetrag kann für Anschaffungen in den Jahren 2012 bis 2014 gebildet werden. Für den Nachweis der Absicht einer Anschaffung reicht eine Aufstellung mit der Nennung des Wirtschaftsgutes und Höhe der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Über die weiteren Voraussetzungen, die sonst noch erfüllt sein müssen, informiere ich Sie gern.

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Rückstellung für Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen

Jeder Kaufmann hat entsprechend der Vorgaben des HGB seine Aufwendungen und Erträge zur Ermittlung seines Gewinns richtig zu ermittlen. Hierzu gehört auch die Verpflichtung bzw. die Wahlmöglichkeit, eine Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten zu bilden.

Hierfür gibt es fest definierte Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen. Der BFH (Urteil v. 19.8.2001, VIII R 30/01, BStBl. 2003 II, S. 131) hat hierzu entschieden, dass für die Bildung einer Rückstellung für ungewisseVerbindlichkeiten folgende Voraussetzungen erfüllt sein müssen:

  • Es muss einer dem Betrag nach ungewisse Verbindlichkeit oder zumindest eine hinreichende Wahrscheinlichkeit für die Entstehung einer Verbindlichkeit dem Grunde nach bestehen.
  • Die wirtschaftliche Verursachung muss in der Zeit vor dem Bilanzstichtag liegen.
  • Der Schuldner muss nachweisen können, dass ernsthaft mit der Inanspruchnahme zu rechnen ist.
Diese Ansicht und Rechtsauffassung ist vom BFH (Urteil vom 18.1.2011 X R 14/09) dieses Jahr nochmals bestätigt worden und hinsichtlich der Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen wiederholt bejaht worden.

Das bedeutet, dass für die zukünftig entstehenden Aufwendungen aufgrund der Verpflichtung zur Aufbewahrung der Geschäftsunterlagen (z.B. Lagerraummiete, Klimatisierungskosten, Strom, Regale usw.) oder aufgrund von vertraglichen Verpflichtungen mit den Kunden (z.B. Aufbewahrung von Konstruktionsplänen) die Voraussetzungen erfüllt sind, eine Rückstellung gemäß § 249 Abs. 1 HGB zu bilden.

Das gilt sinngemäß auch für die Aufwendungen aufgrund der gesetzlichen und vertraglichen Verpflichtungzur Aufstellung, Prüfung und Offenlegung von Jahresabschlüssen und des Lageberichts aber auch für die privatrechtlichen Verpflichtungen wie die Prüfung des Jahresabschlusses aufgrund des esellschaftsvertrags von nicht gesetzlich prüfungspflichtigen Unternehmen..

Die Passivierungspflicht endet zum Zeitpunkt des Wegfalls des Rückstellungsgrundes; § 249 Abs. 2 HGB.

Keine Rückstellung bei längerer AufbewahrungDurch die Voraussetzung, dass der Bilanzierende zur Aufbewahrung der Unterlagen gesetzlich oder vertraglich verpflichtet sein muss, gilt dies auch nur für diese Sachverhalte. Bewahrt der Bilanzierende Unterlagen freiwillig länger auf als gesetzlich oder vertraglich verpflichtet, dürfen die entsprechendenzukünftigen Aufwendungen für diese Aufbewahrung nicht als Rückstellung passiviert werden. Die entstehenden Aufwendungen sind somit erst Aufwendungen in den entsprechend späteren Jahren.

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Rückstellungen für Aufbewahrungskosten (Handelsrecht)

Handelsrecht

Das Handelsgesetzbuch schreibt genau vor, was jeder Kaufmann aufgrund seiner Geschäftstätigkeit aufzubewahren hat; § 257 HGB. Dies sind z.B.

  1. alle Buchungsbelege gemäß § 238 HGB, Lohnunterlagen
  2. Durchschläge der versandten und empfangenen Handelsbrief
  3. Handelsbücher
  4. Inventaraufzeichnungen
  5. Bilanzen, Jahresabschlüsse
  6. Lageberichte usw.
Grundsätzlich müssen alle Unterlagen 10 Jahre aufbewahrt werden. Handelsbriefe hingegen nur 6 Jahre; § 257 HGB.

Beginn der AufbewahrungsfristDie Aufbewahrungsfrist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung in das Handelsbuch gemacht wurde, das Inventar, die Bilanz bzw. der Jahresabschluss aufgestellt, der Handelsbrief empfangen oder abgesandt worden oder der Buchungsbeleg entstanden ist; § 257 HGB.

In der Praxis bedeutet dies, da letzten Eintragungen zu einem Wirtschaftsjahr sicherlich erst im folgenden Wirtschaftsjahr getätigt worden sind, die Aufbewahrungsfrist auch erst in diesem folgenden Jahr beginnt und dies auch erst mit Ablauf des entsprechenden Jahres. Hinsichtlich der Buchungsbelege und der Aufzeichnungen hierzu, beginnt die Aufbewahrungsfrist mit dem Bilanzstichtag des Kalenderjahres, zu dem sie gehören.

Im Klartext heißt das, dass die Frist für während des Jahres 2011 erhaltene Eingangsrechnungen am 31.12.2011 beginnt, wohingegen die Aufbewahrungsfrist für den Jahresabschluss 2011 erst mit Ablauf des Kalenderjahres 2012 beginnt, da die Abschlussbuchungen sicherlich erst in 2012 vorgenommen werden.

Aufbewahrung auf DatenträgernGrundsätzlich gilt, dass alle Unterlagen, für die die handelsrechtlichen Aufbewahrungspflichten gelten, auch auf speziellen Bildträgern oder sonstigen Datenträgern gespeichert werden dürfen. Die einzige Bedingung hierfür ist, dass die Speicherung der Daten den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung entsprechen. D.h., dass die gespeicherten Daten den empfangenen bzw. versandten Handelsbriefen und die Buchungsbelege bildlich mit den Originalen übereinstimmen müssen, wenn eine Reproduktion erfolgt. Weiterhin müssen die Daten während der Aufbewahrungsfristjederzeit (innerhalb einer angemessenen Frist) verfügbar sein.

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bewährte steuerliche Überlegungen zum Jahresende Teil I

Unternehmen haben mit Hilfe ihrer Berater verschiedenste Möglichkeiten, um das steuerliche Ergebnis zum Jahresende zu optimieren. Dabei ist zu unterscheiden zwischen Maßnahmen, die noch vor Bilanzstichtag durchgeführt werden müssen und solchen, die erst zur Bilanzaufstellung notwendig werden.Grundsätzlich werden Kaufleute entsprechend §§ 241a HGB und 141 AO von den allgemeinen Buchführungs- und Bilanzierungspflichten befreit, wenn in zwei aufeinanderfolgenden Wirtschaftsjahren der Gewinn höchstens 50.000 € und der Umsatz 500.000 € beträgt. Bei Neugründungen gilt dies schon bei Unterschreitung zum ersten Abschlussstichtag.Für eine Überprüfung der Umsatz- und Gewinngrenzen ist es ausreichend, wenn aus der Einnahme-Überschuss-Rechnung (steuerlich gemäß § 4 Abs. 3 EStG) eine Überleitung auf den handelsrechtlichen Umsatz und Gewinn vorgenommen wird. Die so ermittelten Werte sind entscheidend.

Diese vereinfachte Erfassung der Einnahmen und Ausgaben und deren Gegenüberstellung bringt kleinen Kaufleuten durch diese nach dem Zu- bzw. Abflussprinzip ermittelte Gewinn erhebliche Kosten-, Zeit- bzw. Arbeitsentlastung. Auch die zukünftigen Anforderungen an die E-Bilanz wären somit zu vernachlässigen.

Diese zu nutzenden Vorteile sollten allerdings zeitnah vorbereitet werden. Um eine entsprechende Inanspruchnahme zu gewährleisten, sind bilanzpolitische Maßnahmen in Teilen notwendig und sinnvoll.Z.B. sollten Gewinne oder Umsätze auf 2010 und 2011 bzw. 2011 und 2012 entsprechend verteilt werden, um ab dem Folgejahr die Befreiung von der Bilanzierung zu erreichen.

Beachte: Dieses Wahlrecht erlischt erst dann, wenn eine Bilanz aufgestellt worden ist (BFH, Urteil v. 21.7.2009, X R 46/08, BFH/NV 2010 S. 186). Die interessierten Unternehmer müssen jedoch die jeweiligen Vorteile und Nachteile der beiden Gewinnermittlungsarten beachten und abwägen. Ein persönliches Gespräch mit mir, wird helfen, die sinnvollste Balance zu finden, um Ihre Interessen bestmöglich durchzusetzen. So ist zu z.B. berücksichtigen, dass eine Bilanz einen deutlich höheren Informationsgehalt und eine positivere und sichere Basis für die betriebswirtschaftliche Planung und auch eine eventuelle Kreditvergabe bietet. Bei der EÜR ist es in der Praxis oft so, dass eine zusätzliche, gesonderte Vermögensaufstellung gefertigt werden muss. Außerdem verschafft eine Bilanz z.B. auch mehr Optionen wie die Berücksichtigung von Rückstellungen und eine klare zeitliche Zuordnungen von Einnahmen und Ausgaben - unabhängig vom Zahlungsein- bzw. Abgang.

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bewährte steuerliche Überlegungen zum Jahresende II

Eine weitere Überlegung neben der Wahl der Gewinnermittlungsart ist die Verlagerung von Einnahmen und Ausgaben - d.h. vom Gewinn.

Nach momentanem Wissenstand wird es in 2012 keine Veränderung der Steuertarife (Steuersätze) hinsichtlich der Einkommen-, Gewerbe- und Körperschaftsteuer geben. Ebenso hat sich die Besteuerung für nicht entnommene Gewinne nicht geändert. Interessant ist daher nur die Verlagerung von Gewinnen, die der Einkommensteuer unterliegen, da in der Einkommensteuer steigende Steuersätze vorliegen bei steigenden Einkommen. Dann sollten Ausgaben und Einnahmen auf 2011 vorgezogen oder nach 2012 verlagert werden, sofern das der finanzielle und wirtschaftliche Handlungsspielraum zulässt. Welchen rechtlichen Spielraum Sie hier haben, abhängig von Ihrer Gewinnermittlungsart, erläutere ich Ihnen gern in einem persönlichen Gespräch.Grundsätzlich gilt gedoch folgendes: Bilanzierer können laufende Geschäftsvorfälle ins das Folgejahr verlagern oder in das ablaufende Geschäftsjahr vorziehen, d.h. Lieferungen oder Leistungen an Kunden 2011 oder erst 2012 vornehmen oder Leistungen vor oder nach dem Geschäftsjahrwechsel abnehmen.

Gängige Maßnahmen zur Gewinnbeeinflussung vor dem Stichtag sind beispielsweise:

  1. Zahlung von Weihnachtsgeld oder sonstige Ansprüche an die Mitarbeiter, Gratifikationen usw.
  2. Vorziehen von Erhaltungsmaßnahmen, Instandsetzungsarbeiten, vorziehen von Beratungsleistungen, Anschaffungen (am besten GWG, da diese 100% Aufwenungen darstellen können)
  3. Vorziehen jeglicher betrieblicher Aufwendungen noch in das laufende Jahr, wenn die Ausgaben ansich notwendig sind. Denn merke: Ausgaben nur tätigen, um Steuern zu sparen, ist betriebswirtschatlich ncht falsch.
  4. Verlegung von Gewinnausschüttungen an die Gesellschafter in das Jahr mit geringerer Einkommensteuerprogression
  5. Leisten von Vorauszahlungen

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Unternehmergesellschaft (UG haftungsbeschränkt)

Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) wurde seinerzeit als Konkurrenzgesellschaft zur Limited (private company limited by shares) in Deutschland eingeführt.

Die UG (haftungsbeschränkt) ist eine Kapitalgesellschaft die grundsätzlich dem GmbH-Gesetz unterliegt. Der Vorteil zur GmbH liegt im notwendigen Gründungskapital. Die UG (haftungsbeschränkt) kann bereits mit 1 € Stammkapital gegründet werden. Sacheinlagen sind jedoch nicht möglich.

Zusätzlich müssen jährlich Rücklagen gebildet werden in Höhe von 1/4 des um den Verlustvortrages geminderten Jahresüberschusses. Diese Verpflichtung zur Rücklagenbildung besteht solange, bis die UG durch Stammkapitalerhöhung auf mindestens 25.000 € in eine GmbH umgewandelt wird. Dies sollte jedoch kein Problem darstellen, da die Rücklagen nur gebildet werden müssen, wenn Jahresüberschüsse erwirtschaftet wurden.

Die UG (haftungsbeschränkt) wird vertständlicher Weise immer beliebter. Sie bietet den Gesellschaftern die Möglichkeit der Gründung einer Kapitalgesellschaft und damit die Haftungsbeschränkung bei einem äußerst geringen Kapitaleinsatz. Dabei existiert ebenfalls die Aussicht auf das Betreiben einer GmbH bei keinem zusätzlich von außen einzubringenden Kapital.

Wenn Sie detaillierte Fragen zur Gründung einer Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) haben und Hilfe bei der Gründung benötigen, stehe ich Ihnen mit reichhaltiger Erfahrung zur Seite.

cpm - Steuerberater Claas-Peter Müller, Hamburg
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Arbeitszimmer bei privater Mitbenutzung

Neues Urteil!

Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer sind grundsätzlich nur steuerlich abzugsfähig, wenn dem Steuerpflichtigen für die berufliche Tätigkeit kein weiterer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

Eine ungekürzte volle Berücksichtigung dieser Aufwendungen als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben wird nur dann anerkannt, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit darstellt. Ist dies nicht der Fall, werden die angefallenen Kosten auf € 1.250 beschränkt.

Wird das angesetzte Arbeitszimmer jedoch auch noch privat mitbenutzt, ließ die Finanzverwaltung den Abzug der Kosten in der Vergangenheit nicht zu. Dies soll sich aber zukünftig nun ändern. Das Finanzgericht Niedersachsen hat sich gegen diese Handhabung gestellt. Wenn das Arbeitszimmer auch durch eine private PC-Nutzung mit benutzt wird oder werden auch private Gegenstände in dem Zimmer aufbewahrt, so soll zukünftig dieser private Anteil geschätzt werden. Somit würden zukünftig die anteiligen Kosten eines Wohnzimmers mit einer festen Arbeitsecke auch abzugsfähig. Das trifft wohl viele Existenzgründer.

Gegen dieses Urteil hat das entsprechende Finanzamt jedoch Revision eingelegt, so dass jetzt auf ein Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) gewartet werden muss. (FG Niedersachsen, Urteil vom 24.04.2012, 8 K254/11)

Ich empfehle daher den Ansatz der entsprechenden Kosten gemäß des o.g. Urteils und bei Ablehnung der Anerkennung, Einspruch gegen den erlassenen Bescheid einzulegen und ein Ruhen des Verfahrens zu beantragen mit Verweis auf das anhängige Verfahren.

Ich helfe Ihnen dabei gern.

cpm - Steuerberater Claas-Peter Müller, Hamurg
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Steuerbonus für Handwerksarbeiten in Gefahr?

(Foto: ©Rainer-Sturm/PIXELIO/www.pixelio.de)

Der Steuerbonus auf Handwerksarbeiten wird derzeit überprüft. Bereits seit 2003 können Kunden 20 Prozent des Rechnungsanteils für Handwerksarbeiten bei ihnen zu Hause direkt von der Einkommensteuer abziehen. Ob der Steuerbonus mit dem Höchstbetrag von derzeit 1.200 Euro jährlich noch gerechtfertigt ist, untersucht Ernst & Young im Auftrag des Bundesfinanzministeriums. In einem Zwischenbericht zeichnete sich bereits ab, dass der Vorteil gekürzt werden könnte. Und die Finanzministerkonferenz forderte im Vorfeld, künftig nur Rechnungen ab 300 Euro zum Steuerbonus zuzulassen.

Quelle: hbk

cpm - Steuerberater Claas-Peter Müller, Hamburg
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Der Umgang mit neuen BFH-Entscheidungen



(Foto: ©Thorben-Wengert/PIXELIO/www.pixelio.de)

In einem finanzgerichtlichen Verfahren erlassene und rechtskräftig gewordene Entscheidungen beziehen sich nur auf die am Rechtsstreit Beteiligten und ihre Rechtsnachfolger (§110 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung). Durch eine Veröffentlichung von Urteilen bzw. Beschlüssen des Bundesfinanzhofs im Bundessteuerblatt Teil II werden jedoch auch die Finanzbehörden angewiesen, diese Entscheidungen in vergleichbaren Fällen in Anwendung zu bringen.

Der Text der Entscheidungen ist auf den Internetseiten des Bundesfinanzhofs (www.bundesfinanzhof.de - Aktuelle Entscheidungen -) abrufbar.

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Betriebsgründung im Alter: Finanzsituation verbessern - aber wie?



(Foto: ©S.-Hofschlaeger/PIXELIO/www.pixelio.de)

Die Gründung eines eigenen Unternehmens kann eine gute Alternative zum bisherigen Betriebsalltag sein. Auch im fortgeschrittenen Alter.

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) regt Gründungswillige dazu an, sich von ihrem Alter nicht abschrecken zu lassen. Schließlich hätten diese durch Lebens- und Berufserfahrung oft viele Kompetenzen erworben, die für die erfolgreiche Unternehmensgründung sehr hilfreich seien.

Gründungsinteressierte erleben ab dem 50. Lebensjahr die Vergabe von (Förder-)Darlehen als vergleichsweise problematisch. Das zeigt eine Studie des RKW Kompetenzzentrum. Ihr Lebensalter könne älteren Gründern ihr Vorhaben erschweren, weil Banken sich bei der Kreditvergabe unter anderem an der Erwerbsphase bis 65 Jahre orientieren.

Außerdem sind ältere Gründer eher zurückhaltend darin, Vermögenswerte als Sicherheiten einzubringen. Die Autoren der Studie nehmen an, dass ältere Gründer eine besonders große Angst vor dem Scheitern haben.

Sprechen Sie mich gern "angstfrei" bezüglich Ihrer Existenzgründung an und ich werde Ihnen beratend zur Seite stehen.

cpm - Steuerberater Claas-Peter Müller, Hamburg
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Warum scheitern viele Existenzgründer?



(Foto: ©Petra-Bork/PIXELIO/www.pixelio.de)

In einem Forschungsprojekt haben Wissenschaftler im Rahmen der Europäischen Wirtschaftsforschung 2010 die „Ursachen für das Scheitern junger Unternehmen in den ersten fünf Jahren ihres Bestehens“ untersucht. Wie die Studie zeigt, gibt es nicht „den einen Grund“ für den Marktaustritt junger Unternehmer. Vielmehr sind es mehrere Ursachen, die zu einer ausweglosen Situation führen können.

Die folgenden 5 Punkte sind die häufigsten Ursachen für ein Ausscheiden am Markt:

1. Unterkapitalisierung

2. Betriebswirtschaftliche Fehler

3. Absatzprobleme

4. Externe Ursachen, wie z.B. Forderungsausfälle

5. Streit in der Geschäftsführung

Damit es gar nicht erst soweit kommt, sprechen Sie mich an. Sie und ich als Steuerberater und Unternehmercoach finden die optimale Strategie.

cpm - Steuerberater Claas-Peter Müller, Hamburg
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Photovoltaikanlagen: evtl. gewerbliche Einkünfte



(Foto: ©Uwe-Steinbrich/PIXELIO/www.pixelio.de)

Private Hausbesitzer, die eine Photovoltaikanlage errichten und den damit erzeugten Strom in das öffentliche Netz einspeisen, werden steuerlich zum Unternehmer. Dadurch ergeben sich neue Kontakte mit dem Finanzamt.

Als frisch gebackener Gewerbetreibender muss nämlich dem Finanzamt die Aufnahme der unternehmerischen Tätigkeit angezeigt werden. Hierfür gibt es ein gesondertes Formular, den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Sobald das Finanzamt über die Gewerbeanmeldung informiert wird, kommt das Formular i.d.R. automatisch per Post.

Die Einkünfte, die mit der Photovoltaikanlage erzielt werden, müssen in der Anlage G (gewerbliche Einkünfte) zur Einkommensteuererklärung deklariert werden.

Für weitere Details stehe ich Ihnen gerne in einem persönlichem Gespräch zur Verfügung.

cpm - Steuerberater Claas-Peter Müller, Hamburg

 
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